Flimmerzimmer
MADAME SATÃ
Brasilien 2002
Regie: Karim Ainouz
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Teufel und Heiliger. João Francisco dos Santos und Madame Satã.
„Madame Satã“ ist das Portrait eines Menschen, der besessenen war von seinem explosivem Enthusiasmus, von seiner Lust auf Leben, eine schillernde Figur, die merkte, wie schwer es für ihn und seine Träume ist, als Schwarzer, als Außenseiter und Homosexueller am Beginn des 20. Jahrhunderts. „Madame Satã“ ist ein bisher unentdeckter Mythos der brasilianischen Kultur, eine komplexe Verbindung zwischen Jean Genet, Josephine Baker und einem „tropischen“ Robin Hood.

Der Film handelt von den verschiedenen Persönlichkeiten, die João Franciso dos Santos in seiner Sicht
als "Madame Satã" vereint. Schon in seiner Kindheit und auch später, als er fast 27 Jahre hinter Gittern
zubringen musste, änderte er immer wieder seinen Namen und manchmal auch sein Aussehen,
denn er war nicht nur eine Person; er war viele Persönlichkeiten. Der Film „Madame Satã“ ist auch eine Hommage an die „Republik“ von Lapa, jenem Viertel von
Rio de Janeiro, das besonders in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts ein ganz
eigenes Gesicht und eine eigene Atmosphäre hatte. Außenseiter, Diebe, Prostituierte, Künstler und Musiker,
gestrandete Menschen, starke Persönlichkeiten. Sie alle lebten friedlich und respektvoll in dieser
ganz eigenen Welt, mit eigenen Regeln, Gesetzen und Ritualen.
Hier konnte sich João Francisco dos Santos als Madame Satã sicher fühlen.
Hier war er Hure und Königin, Heiliger und Teufel zugleich.
Hier wurde er zum Mythos von Brasilien.