Attac-Filmabend: "Der Kleiderhaken"

18 Feb 2010 19:00

DER KLEIDERHAKEN - Die Schattenseiten des Freihandels in der globalen Bekleidungsindustrie

Filmvorführung und Diskussion mit Gertraud Gauer-Süß von der Kampagne für saubere Kleidung / Bremer Informationszentrum für Menschenrechte und Entwicklung (biz)

Die Textil- und Bekleidungsindustrie in Deutschland ist seit Jahren von Arbeitsplatzabbau und Produktionsverlagerung in günstigere Länder geprägt. Gegenwärtig ist es weitaus billiger, die verschiedenen Produktionsschritte über den gesamten Globus zu verteilen als kundennah herzustellen. So werden mittlerweile 90 % unserer Kleidung in Niedriglohnfabriken – auch Maquiladoras genannt – hergestellt. Für Unternehmen wie Takko, adidas, C&A oder H&M sind die steuer- und zollbefreiten Industriezonen echte Produktionsoasen. Während Auftraggeber wie Puma Millionengewinne erzielen, bleiben für die ArbeiterInnen und den Staatshaushalt nur ein Bruchteil. Die Folge sind Kürzungen in den Gesundheits-, Sozial- und Bildungssystemen und zunehmende Verarmung. Weltweit kritisieren Organisationen die Arbeitsbedingungen in den Fabriken – ganz gleich ob in China, Rumänien oder wie in diesem Film in Honduras. Niedrige Löhne, fristlose Kündigungen, (sexuelle) Übergriffe und Gewerkschaftsverbot gehören untrennbar zu diesem boomenden Wirtschaftszweig. Die eingesetzten Chemikalien zerstören nicht nur die Umwelt, sie reichern sich auch in der Kleidung an und gefährden die Gesundheit von ArbeiterInnen und KonsumentInnen.

Die Dokumentation verdeutlicht Anhand der Mechanismen von WTO und Freihandelsabkommen die Globalisierung der Bekleidungsindustrie mit ihren weitreichenden Folgen Ein wichtiger Aspekt ist die Beteiligung deutscher Unternehmen, Banken und KonsumentInnen.